Startseite Rad-Reiseberichte 20ert0912b Jaromerice

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After Work Unit

Von 14.4. - 30.9.2020:
3x wöchentlich / Dauer: 2-3 Stunden
Dienstag & Donnerstag
Treffpunkt: 18:00 Uhr
Sports Direct
1210 Wien,  Seyringerstr. 15

Mittwoch
Treffpunkt: 18:00 Uhr
1230 Wien, Friedhof Inzersdorf, Kolbegasse 34

 

Reisebericht

Vítejte na vysocine / Willkommen im Hochland

Termin: 12. – 14. September 2020

Eine kurzfristige Chance hat sich aufgetan. Um die Konzertreise zum Peter Dvorsky Festival nicht absagen zu müssen, wurde eine Radsternfahrt mit der Kulturgruppe kombiniert. Dabei hat sich wieder einmal herausgestellt wie gut es funktioniert und beide Gruppen voneinander profitieren. Gegenseitige Neugierde – wie ist es euch ergangen, wie eine gemeinsame Programme Schifffahrt auf der Talsperre Dalesice oder die Bierverkostung in der K&K Brauerei von Baron Dreher. Vorweg, es war eine gelungene Reise mit der ELITE Schönwettergarantie.

Ich möchte dieses Mal nicht chronologisch berichten sondern die Programmpunkte nach Kultur, Landschaft und Kulinarik gruppieren.


Natur pur!

Fangen wir doch bei der Landschaft an: Das böhmisch-mährische Hochland (Vysocina) befindet sich zum Teil auf böhmischen und mährischen Gebiet und wird vom Fluss Iglau (Jilhava) von Westen nach Osten durchschnitten. Die Vegetation ist abwechslungsreich und wie mit dem Grenzgebiet zwischen Wein und Waldviertel gut vergleichbar. Die Ausschilderung der Radrouten war perfekt, die Wege selbst waren tschechisch herausfordernd und sehr naturverbunden. So waren wir zu 60 Prozent nahe der Natur und wir mussten ordentlich strampeln, um den Zeitplan einzuhalten. Wir radelten durch tiefe Wälder, weite Wiesen, entlang von Flussläufen und schreckten dabei allerlei Niederwild aus ihrer Deckung auf.
 



 

Kultur pur!

Konzert: Trotz der ungewöhnlichen Anreise (wer fährt schon mit dem Rad zu einem klassischen Konzert) erlebten wir im Großen Saal des Schlosshotel Valec, ein hochkarätiges, philharmonisches Konzert, mit den Olmützer Philharmonikern unter der Leitung von Jungstardirigent Marko Ivanovic, Barbora Jirásková – Sopran und Gustáv Beláček – Bass.

Schloss: Normalerweise findet das Festival im Barockschloss Jaromerice statt, aber Corona hat auch dem Festival einen Strich durch die Rechnung gemacht.  Trotzdem haben wir die Räumlichkeiten und den Park des Schlosses besichtigt und dabei einen ordentlichen Rüffel von einer Parkbesucherin erhalten, weil wir langsam durch den Park gefahren sind.  Das Barockschloss der Familie Waldstein ist seit 1945 im staatlichen Besitz und wurde seither auch gepflegt und gehegt. Tolles Schloss!

Schlösschen:  Das Schloss Boskovstejn war nicht von so großer Bedeutung. Trotzdem ist es schön renoviert und enthält ein Fahrradmuseum mit teilweise einzigarten Exponaten, wie eine komplette Sammlung von Rädern der Firma Colnago, eine Sammlung von technischen Sonderkonstruktionen aus Amerika, eine Klingelsammlung, Holzräder, uvm.

Trebic: Das Städtle Trebic ist vor allem wegen des erhaltenen jüdischen Viertels berühmt. Die Häuser sind teilweise so gut erhalten und wieder renoviert, dass dieser Ortsteil zum Welkulturerbe erklärt wurde. Gegenüber der Judenstadt befindet sich das romanisch gotische Barockensemble der Burg und der Kirche St. Prokop. Einzigartig und ebenso ein Weltkulturerbe was seines Gleichen sucht.

Klosterruine Rosa Coeli: Wenig bekannt ist die Klosterruine Rosa Coeli in der Nähe von Ivancice (Eibenschütz). Das Prämonstratänser Nonnenkloster ist seit Jahrhunderten verlassen. Doch als wir die Ruine durch das Tor betraten kamen uns sofort Erinnerungen an Klosterruinen wie Melrose Abbey in Schottland in den Sinn.

Ich kann hier gar nicht alle unsere Stopps aufzählen. Die ganze Reise war eine Perlenkette von Höhepunkten.
 

 



Kulinarik pur!

Tschechien ist bekannt durch seine deftige Küche und dem Bier.  Obwohl wir auf der Reise Halbpension gebucht hatten, kann ich von der Küche nur schwärmen. Am ersten Abend hatte der Koch ein Grillbuffet im Freien vorbereitet. Neben den üblichen Fleisch und Wurstspezialitäten bot das Buffet Fische mit besonders delikaten Saucen. Am nächsten Tag habe ich mich auf  böhmische Ente mit Blaukraut und drei Varianten von Knödel konzentriert.

Bier mit den klingenden Namen wie Osvald, Dalesice Elf, dampfendes Kaninchen oder Fledermaus gab es in Dalesice zu verkosten. Eine Spezialität der Brauerei, die von Baron Dreher im 19. Jahrhundert gegründet wurde, ist das RauchBock Bier, wie ich es nur aus Bamberg kenne.


**** Schlosshotel Valec
 

Zum Schluss muss ich noch das Schlosshotel Valec über den grünen Klee loben. Das vollständig neue Hotel bietet alle Annehmlichkeiten, die ein anspruchsvoller Gast von einem vier Sterne Hotel erwarten kann.  Die Zimmer sind wirklich großzügig groß und verfügen über nochmals so große Terassen. Drei Außenschwimmbecken und eine großzügige Wellnesslandschaft komplettieren das Angebot. Das  liebevolle renovierte Haupthaus und der zugehörige barocke Garten sind eine weitere Attraktion.
 

Leistung:

Obwohl die Tour mit E-Bikes gefahren wurde, ist die Leistung nicht zu unterschätzen.

260 Kilometer

2600 Höhenmeter

60% Off-Road

 

TIPP:
Wer also im nächsten Jahr Lust bekommen hat  mitzuradeln, sollte sich dies Reise schon vormerken. Sie wird sicher wiederholt. Der Termin des Festivals 2021 steht bereits fest.

 

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