Startseite Rad-Reiseberichte 17ert0811 Tschechische Elbe I

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After Work Unit

Von 18.4. - 28.9.2017:
2 x wöchentlich
Dienstag & Donnerstag
Treffpunkt: 18:00 Uhr
Sports Direct
1210 Wien,  Seyringerstr. 15
Dauer: 2 - 3 Stunden

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Entlang der Tschechischen Elbe I
Vom Riesengebirge nach Melnik (CZ)
 




Freitag, 11. August 2017 – Spindlermühle

Zeitig am Morgen treffen sich die 37 Teilnehmer in der Elite Garage. Mit dem Bus geht es nach Spindlermühle, am Fuße des Riesengebirges.  Bei der Anreise ist das Wetter sehr durchwachsen. Ein Schauer folgt dem Nächsten.  Während wir mit der Sesselbahn auf den Medvedin fahren, kommt die Sonne zwischen den dichten Wolken durch. Es besteht die Möglichkeit, die Fahrräder mitzunehmen. Ungefähr die Hälfte der Gruppe nimmt von dem Angebot Gebrauch. Die andere Hälfe bevorzugt die Wandervariante. Wir treffen uns direkt an der Quelle. Das Panorama des Elbe Quellgebietes ist wirklich beeindrucken. Von der Quelle aus sammelt sich ein kleines Rinnsal, das rasch zu einem kleinen Bach anschwillt und daraufhin zu Tale stürzt.
Die Radgruppe kommt bei der Abfahrt vom Berg gut voran und erreicht noch vor einem herannahenden Gewitter das Hotel im Tal. Die Wanderer werden vom heftigen Gewitter überrascht. Die Sesselbahn wird eingestellt und die Wanderer mit Fahrzeugen der Liftgesellschaft über Forstwege abenteuerlich „evakuiert“. Rübezahl, der Herr der Berge, hat hier seine Kräfte gezeigt. Zum Glück hört der Spuk über Nacht auf und das Wetter beruhigt sich.






Samstag 12. August 2017 – Spindlermühle – Kralove nad Labem (51 km)

Nach den Aufregungen des Vortages erwartet uns eine gemütliche Etappe. Die Gruppen Rot, Lila und Blau werden gebildet und los geht es den Talschluss hinaus. Der erste Stopp ist nur wenige Kilometer nach Spindlermühle. Das 1906 erbaute Rückhaltebecken verhindert bei Starkregen eine Überflutung von Vrchlabi einem beliebten Wintersportort. Wir kommen am frühen Morgen an. Die Vorbereitungen zum 20. Riesengebirge Bierfest sind voll im Gange. Kein Wunder, dass Rübezahl selbst zu seinem Fest erscheint. Vor Dvur Kralove überqueren wir die im neogotischen Stil erbaute Talsperre Königreichwald. Danach sind es nur noch wenige Kilometer ins Quartier. In Dvur Kralove (Königinnenhof) befindet sich einer der größten Zooanlagen Europas. Hier gibt es Zuchtprogramm vor allem für afrikanische Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Auf unserem Programm steht ein ausgedehnter Besuch dieses Tierparks. Jan, der sich sehr für Tiere interessiert, übernimmt die Führung durch die Anlage.







Sonntag, 13. August 2017 – Dvur Kralove - Pardubice (63 km)

Kurz nach Königinnenhof erreichen wir das Hospital von Kuks. Leider gibt es keinen deutschen Führer und wir begnügen uns mit einer Außenbesichtigung. Besonders beeindrucken uns die großartigen Skulpturen des Tiroler Bildhauers M.B. Braun, sowie die imposante Lage und der herrliche Blick ins Elbtal. Gegen Mittag erreichen wir Königgrätz. Auf dem Velke namesti (Großer Ring) genießen wir bei schönem Wetter die bunten Fassaden der neu renovierten Häuser und die tschechische Küche.
Gestärkt radeln wir durch die Stadt vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Aus dem kleinen Gebirgsbach ist längst schon ein gezähmter langsam dahinfließender Fluss geworden. Durch diese Urlandschaft führt der Radweg Nummer 2. Die Bodenbeschaffenheit ist sehr unterschiedlich. Mal ist der Weg neu asphaltiert und großzügig angelegt. Mal kann man ohne weiteres von einer Offroad Strecke sprechen. Pardubitz liegt im Elbe-Tiefland und wurde geprägt vom tschechischen Adelsgeschlecht der Pernstejns. Auch hier bewundern wir am Pernstynske Namesti (Pernstein Platz) die liebevoll renovierten Fassaden der Häuser, sowie den Turm des Grünen Tores (Zeleny Brana). Von unserem Hotel ist es nicht weit ins Stadtzentrum. Ein Teil der Gruppe besucht den großen Platz daher am Abend noch einmal. In der Fußgängerzone entdecken wir das Wiener Kaffee. Es ist ein Sammelsurium von Andenken an die Zeit als „Böhmen noch bei Österreich war“.






Montag, 14. August 2017 – Pardubice – Kolin - Podiebrad (63 km)

Weiter geht unsere Reise entlang der Elbe. Wir erreichen das Gestüt in Kladruby, in dem seit über 300 Jahren die Schimmel und Rappen für die Habsburger Kaiser gezüchtet werden. Wir können ungehindert in den Stallungen herumspazieren und die edlen Pferde bewundern. Danach radeln wir durch die weitläufige Anlage und sehen die Stuten mit ihren Fohlen auf der Koppel. Der Weg nach Kolin ist wieder naturnahe. Die Mühe der Fahrt wird jedoch mit unvergesslichen Blicken auf eine intakte Natur belohnt. Kilometer lang begleiten Seerosen das Elbeufer.
Wir erreichen die Stadt Kolin – ein weiteres Juwel an der Elbe. Besonders beeindruckend der Dom St. Bartholomäus von Baumeister Peter Parler, dem Erbauer des Prager Veitsdomes. Bis zu unserem Quartier in Podiebrad müssen wir nochmals in die Pedale treten. Podiebrad ist nach dem gleichnamigen böhmischen Adelsgeschlecht benannt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier eine ergiebige heilkräftige Mineralwasser Ader entdeckt. Daraus entwickelte sich nur wenige Kilometer von Prag entfernt ein mondäner Kurort. Wir schlafen im Hotel Zamecek unweit der Elbe. Abends genießen wir einen Spaziergang ins Stadtzentrum zur Burg des  „Jiri Podiebrad“.






Dienstag, 15. August 2017 – Podiebrad -  Melnik (63 km)

Der letzte Tag führt uns bis zum Zusammenfluss von Elbe und Moldau nach Melnik. Der Weg ist zum Großteil unbefestigt, sodass an ein rasches Weiterkommen nicht zu denken ist. Landschaftlich wunderschön, radeln wir entlang des Ufers. Die Städte Nymburk, Celakovice und Brandys liegen am Weg. Da wir noch einige Kilometer zurücklegen wollen, ist der Aufenthalt nur kurz. Am frühen Nachmittag erreichen die drei Gruppen fast gleichzeitig das Reiseziel. Ein Blick auf den Zusammenfluss von der majestätisch thronenden Burg Melnik lässt uns die Bedeutung dieser Siedlung aus dem 8. Jahrhundert verstehen. Ein kurzes Mittagessen und schon geht es zum Elite Bus, der schon für die Rückfahrt nach Wien wartet.






Zusammenfassung:

Eine der TOP Radreisen die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Der Wechsel der Landschaften, die architektonischen Perlen entlang der Elbe und die geschichtliche Bedeutung dieser Region machen diese Tour zu einem Erlebnis für alle Sinne. Eine Wiederholung und Fortsetzung im nächsten Jahr ist schon eingeplant.


Facts:   Radguides: Ernst, Heinz und Wilhelm

 

Kilometer

Höhenmeter

1.Tag

17

350

2.Tag

67

300

3.Tag

76

280

4.Tag

84

260

5.Tag

76

240

Summe

320

1430

 

 

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