Startseite Rad-Reiseberichte 17ert1026 Biotherme

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After Work Unit

Von 18.4. - 28.9.2018:
2 x wöchentlich
Dienstag & Donnerstag
Treffpunkt: 18:00 Uhr
Sports Direct
1210 Wien,  Seyringerstr. 15
Dauer: 2 - 3 Stunden

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Slowenische Steiermark - Herbst in der Bioterme


Tag 1
Die letzte Mehrtagesfahrt des heurigen Jahres führte uns in die südliche Steiermark, aber wir sprechen von dem Teil, der bereits in Slowenien liegt. Bobbi brachte uns auf der „Süd“ bis zur Staatsgrenze nach Spielfeld. Zwei Radgruppen machten sich von dort auf den Weg zuerst links der Mur und ab Mureck auf der slowenischen Seite. Die Blätter des Auwaldes hatten sich schon prächtig verfärbt und leuchteten in der Sonne, die die einstellige Frühtemperatur auf deutlich über 15 Grad ansteigen ließ. Bei Windstille kamen wir auch wegen nicht vorhandener Steigungen rasch voran. Nur da und dort mussten wir auf Erntemaschinen aufpassen, die gerade dabei waren die letzten Felder abzuernten.
Auf dem Hauptplatz von Bad Radkersburg kannten wir ein sonniges Plätzchen und so saßen wir wie im Sommer im Freien und genossen die lokalen Leckerlis und stillten unseren Durst. Wir fuhren wieder zurück auf die slowenische Seite der Mur und folgten dem Flusslauf auf Radwegen bis Stara Nova. Durch bunt gefärbte Wälder führte uns der Weg weiter Richtung Süden und einige kleine Schnapper brachten uns ein wenig ins Schwitzen. Kurze relativ steile Anstiege wurden von Abfahrten abgelöst, bis wir um ca. 15:30 unser Hotel neben der Biotherme erreichten. Bevor wir unsere müden Glieder ins angenehm warme Wasser tauchten, gönnten wir uns noch einen Kaffee auf der Hotelterrasse.


Tag 2
Nach dem Frühstücksbuffet starteten wir heute Richtung Westen. Schon nach wenigen Kilometern wollte der erste Riegel bezwungen werden. Oben angelangt stiegen wir noch auf den Aussichtsturm von Gomila und genossen von dort den herrlichen Rundumblick. Danach ging es wieder bergab und so kamen wir rasch voran. Schon bald danach erreichten wir Ptuj, die älteste Stadt Sloweniens, die mit einem wunderschönen mittelalterlichen Stadtkern glänzt. Bevor wir auf die Burg hinaufradelten, legten wir noch bei der St. Georgskirche einen Stopp ein. Oben auf der Burg bot sich uns wieder ein herrlicher Rundumblick, auch auf die Drau und den südöstlich von Ptuj gelegenen Stausee. Nach einem vorzüglichen Mittagessen beim Gasthof Ribic fuhren wir größtenteils direkt neben dem zuvor erwähnten Stausee, bevor wir unsere Route auf Grund einer Baustelle kurzfristig abändern mussten. Knapp 10 km bevor wir wieder unser Hotel erreichten, fing es aus dem jetzt schon stark bewölkten Himmel ziemlich heftig an zu regnen. Gerade rechtzeitig konnten wir uns in ein Wartehäuschen einer Bushaltestelle drängen und den Regenschauer abwarten. Nach über einer halben Stunde ließ der Regen merklich nach und wir nahmen das letzte Stück in Angriff. Noch einen kleinen Hügel hinauf und auf der anderen Seite wieder flott hinunter und schon waren wir bei unserem Hotel angelangt. Praktisch zeitgleich kam Bobbi mit der anderen Gruppe zum Hotel, die sich als nicht ganz so wetterfest erwiesen hat. Bis zum Abendbuffet war noch genug Zeit um die Therme ausgiebig zu genießen. An der Bar wurde nicht nur der heutige Tag, sondern auch die morgige Etappe nach Jeruzalem bereits ausgiebig diskutiert.




Tag 3
Jeruzalem! Für die Radler, die dieses Weinbaugebiet bereits kennen, immer wieder ein Highlight. Und die anderen, die das erste Mal da waren, kamen ob der Farbenpracht des herbstlich gefärbten Weinlaubes ins Schwärmen. Ja da gab es schon einige Höhenmeter zu bezwingen, aber die Aussicht links und rechts der größtenteils am Kamm liegenden Straße ließ uns diese Anstrengung fast vergessen. Außerdem war es bei der Abfahrt vom Hotel heute früh Gesäßkalt, wie wir vor einigen Tagen im Ö3-Wecker gelernt haben. Da wurden die Höhenmeter fast schon herbeigesehnt, um endlich auf Betriebstemperatur zu kommen.
Der Hauptplatz in Ljutomer, dem wir vorher noch einen Besuch abstatteten, wirkte heute früh noch etwas verschlafen, aber bei knapp 3 Grad Celsius wollten auch die Einheimischen nicht so recht ins Freie. Obwohl die beiden Gruppen unterschiedliche Anfahrtswege benutzten, kamen wir fast zeitgleich bei der kleinen Kirche in Jeruzalem an. Nach einer ausgiebigen Jause beim Brenholc, einem für dort typischen „Heurigen“, fuhren die beiden Gruppen wieder, bei inzwischen angenehmen 13 Grad, auf unterschiedlichen Wegen zurück in unser Thermenhotel.
Die blauen gemischt mit ein paar roten folgten dem Track, während die restlichen roten kurzerhand noch einen Abstecher nach Ormoz machten. Nach einem kurzen Blick über die Drau und somit auch über die Grenze nach Kroatien fuhren wir das Lesnicatal nach Norden. Ein stetig leicht ansteigendes breites Tal, gekennzeichnet durch herrlich grüne Wiesen und links und rechts eingerahmt von herbstlich bunten Laubwäldern. Bevor wir unser Hotel erreichten, mussten wir noch einen kleinen Schupfer bezwingen, der, wie für die Gegend typisch, kurz und knackig bis zu 15% Steigung aufwies, aber dafür nur auf einer Länge von vielleicht 500 Metern. Bald nach unserer Ankunft konnte man viele Radler in den warmen Becken der Therme oder in der Sauna finden. In großer Runde an der Bar gab es heute Abend nach dem Buffet sehr viel zu besprechen. Der Wetterbericht für morgen war ein zentrales Thema, da für große Teile Österreichs eine Sturmwarnung ausgegeben worden ist. Auf unserer morgigen Strecke sollten wir davon nicht sehr viel mitbekommen, aber wir werden ja sehen.




Tag 4
Beim Frühstück wurden verschiedene Wetterapps bemüht, aber ein Blick aus dem Fenster bestätigte, dass der Wind deutlich an Stärke zugenommen hatte. Dafür war es mit knapp 10 Grad deutlich wärmer als an den Vortagen, typisch für einen Südfön also. Fast alle wollten trotzdem mit dem Fahrrad zu mindestens bis Maribor fahren. Die blaue Gruppe änderte den Track und fuhr zuerst nach Ptuj, um dann anschließend auf dem Drauradweg bis zum Endpunkt zu fahren. Die roten hielten sich an den Track, der einige kurze aber giftige Anstiege im Programm hatte. Der Wind war deutlich stärker als erwünscht, kam er doch größtenteils von vorne. Teilweise reichten 1 – 2 % Gefälle nicht aus, um ohne zu strampeln weiterzukommen.
Gleich nach dem Start wollte die bereits vom 2. Tag bekannte knackige Steigung hinauf Richtung Aussichtsturm bezwungen werden. Mit Gegenwind wurde es nicht einfacher. Typisch für die Landschaft folgten auf den ersten Anstieg noch einige andere, dazwischen „leider“ auch Streckenabschnitte auf bereits abgeernteten Feldern, wo der Wind sich ungehindert austoben konnte. Nach knapp der Hälfte der geplanten Strecke bis Maribor wurden erste Zweifel laut, ob unsere Kräfte bis nach Spielfeld reichen würden. Den größten Teil der Höhenmeter hatten wir zu diesem Zeitpunkt aber bereits hinter uns. Einige Kilometer vor Maribor schlief der Wind überraschend fast zur Gänze ein und wir konnten bei ruhigem, sonnigem Herbstwetter durch die Stadt zu unserem Mittagessen bzw. Endpunkt für die blauen fahren. Ein paar wollten nach einer kleinen Stärkung noch bis Spielfeld weiterfahren, jedoch sahen wir auf den Wetterapps, dass die Schlechtwetterfront bereits Graz erreicht hatte und wir höchstwahrscheinlich nicht vor der Front in Spielfeld ankommen würden. So packten wir alle unsere Räder in den Anhänger und genossen ein vorzüglich schmeckendes Mittagessen.
Bei der Abfahrt hatte der Wind bereits wieder kräftig aufgefrischt und wir waren froh, dass sich Bobbi mit dem Bus und nicht wir mit den Fahrrädern gegen den heftigen Gegenwind stemmen musste. Alles in Allem verbrachten wir bei überwiegend schönem Herbstwetter vier sehr schöne Tage in der Thermenregion slowenische Steiermark und viele der Teilnehmer werden diese Region nicht zum letzten Mal besucht haben, da die Landschaft gerade zu dieser Jahreszeit einfach sehr viel zu bieten hat und die Kombination mit einer Therme eine ideale Ergänzung ist. Jeruzalem, wir kommen wieder!



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